Bundesliga Auftakt: Tirol Zweiter in Vorrunde

Mit drei rasanten Begegnungen ist Tirol in die neue Bundesliga-Saison gestartet. Es war spannend, es war unglaublich knapp und am Ende ist man Zweiter der Vorrunde geworden und nimmt einen Punkt mit in den Grunddurchgang.
Im Finale konnte Vizemeister Paris Lodron Salzburg Wasserball seine Favoritenrolle bestätigen und Tirol – nun schon zum dritten Mal in der noch jungen Saison – 5:7 schlagen. Am Samstag reichte es gegen International Waterpolo Vienna für ein turbulentes 7:7, auch die Wiener konnten damit den hohen Erwartungen gerecht werden, die man im Vorfeld in sie gesetzt hatte. Ebenfalls am Samstag konnte Tirol sich gegen den WBV Graz durchsetzen, der 4-Tore Vorsprung beim 8:4 Sieg war das angepeilte Minimum und ebnete letztlich den Weg ins Vorrunden-Finale. Der WBCT schaut damit auf ein Spielwochende auf Sparflamme zurück, an dem das Minimalziel mit dem Finale zwar erreicht wurde, mit der Leistung kann der Titelverteidiger allerdings keineswegs zufrieden sein.

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Mit der Punkteausbeute und der Ausgangslage vor dem Start des Grunddurchgangs kann der WBCT durchaus leben: Salzburg startet mit 2 Punkten in den Grunddurchgang, Tirol und IWV als 2. und 3 mit je einem Punkt. Und doch kann man sich auf Tiroler Seite durchaus grämen: Über vergebene Chancen und über psychologisch wichtige Prestigeduelle, in denen man sich verwundbar zeigte, wird man beim amtierenden Meister noch reden müssen. Das Vorrundenturnier startete unter schwierigen Bedingungen, viele wichtige Spieler mussten teils im letzten Moment verletzungs-/krankheitsbedingt absagen (Böhme, Burtscher, Röhle, Kindelan-Cuervo, Caprini, Strontsev). Für drei Spiele innerhalb von 24 Stunden war die Tiroler Ersatzbank mit drei Spielern sehr kurz. Der neue Modus, der in der Südstadt ein großartiges Bundesliga-Klassentreffen ermöglichte, bei dem alle Mannschaften vertreten waren, erlaubte keine Fehler: die 4×5 Minuten waren schneller vorbei, als so mancher Trainer „Time-Out“ rufen konnte.

GRUPPENPHASE

Das alles schien Tirol nicht so recht zu liegen. Der voll besetzte, hungrige IWV spielte engagiert, physisch stark und eiskalt, mit dummen Fehlern in der Abwehr und Inkonsequenz im Angriff machte man sich auf WBCT-Seite das Leben schwer. Da halfen selbst fünf Penalties nicht, die man zugesprochen bekam, folgerichtig verschoss man auch zwei der Strafwürfe. Die Internationalen zeigten sich körperlich stark, es ist offensichtlich, dass sie in der Vorbereitung schon sehr weit sind und im griechischen Trainingslager Spielpraxis sammeln konnten. Spritziger, wacher und gefährlicher trat das Team um Coach Jorge Jasbar auf, Tirol hingegen zeigte sich verwundbar. Freilich ist die Saison noch lang und das ärgerliche Remis gegen den Vorjahres-Dritten zumindest auf dem Papier folgenlos, denn der WBCT konnte im Anschluss gegen Graz den Finaleinzug fixieren.

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Spielstatistik

Hier galt es, mit einem Vorsprung von mindestens vier Toren zu gewinnen, um – dank des besseren Torverhältnisses – den Gruppensieg zu erlangen. Dies gelang letztlich, doch auch hier stockte die Tiroler Angriffsmaschinerie, insbesondere zu Beginn der Partie, in der man wieder viele hochkarätige Chancen liegenließ. Aufgrund der zu erreichenden Tordifferenz entwickelte sich auch dieses Spiel zu einem veritablen Thriller, am Ende gelang Tirol die Punktlandung, dank einer guten Mannschaftsleistung und vor allem der nötigen Ruhe in einer hektischen Schlussphase.

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Spielstatistik

FINALE

Zum dritten Mal in wenigen Wochen kam es im Finale zur Neuauflage des Meisterschaftsfinales, die Salzburger und insbesondere ihr Neuzugang István Hegedüs machten im gesamten Turnierverlauf einen massiven Eindruck und konnten ihre Gruppe souverän gewinnen. Schon in den ersten Partien meldete Hegedüs seinen Anspruch auf die diesjährige Torschützenkanone an, dem gnadenlosen Centerspieler gelang auch gegen Tirol ein frühes Tor, kurz darauf wurde er allerdings mit Ersatz ausgeschlossen und fehlte seiner Mannschaft schmerzlich. Von einem 0:2 Rückstand kam Tirol noch im ersten Viertel zurück und nach dem Ausgleich entwickelte sich ein offener Schlagabtausch zwischen den beiden Spitzenreitern. Wieder brauchte Tirol zu viele Chancen und erneut war man defensiv nicht immer ganz auf der Höhe, was Salzburg zu einem kleinen Vorteil nutzte: Gyurováth schwang sich bei PLS zum Protagonisten auf und netzte dreimal per direktem Strafwurf, der WBCT scheiterte währenddessen mehrmals am Pfosten und an Salzburg Goalie Samardzic. In der bis zum Abpfiff offenen Partie konnte Salzburg letztlich einen knappen Vorsprung über die Zeit retten und ein unglücklicher WBCT kann sich über die vergebene Chance ärgern, Salzburg zum ersten Mal in dieser Saison zu bezwingen. Gefühlt war man zwar nah dran, doch letztendlich zeigte man sich über das ganze Wochenende hinweg schlichtweg noch nicht in Topform. Die knappe Finalniederlage im Westderby ist daher durchaus folgerichtig und spiegelt die insgesamt etwas durchwachsene Leistung der ersatzgeschwächt angetretenen Mannschaft realistisch wider.

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Spielstatistik

Lichtblicke waren die aus dem WBCI aufgerückten Neuzugänge Johann Stadl und Tobias Schlappack, die sich insgesamt gut präsentierten.

WBCI

Das Fohlenteam Wasserball Club Innsbruck hatte ebenfalls kein einfaches Wochenende, in der blutjungen Mannschaft müssen sich die Leistungsträger erst finden und das Mannschaftsgefüge herausbilden. Die drei einkalkulierten Niederlagen sind wichtige Schritte in diesem Prozess. Nick Vondrak, Benjamin Stemberger, Interims-Kapitän Max Frolik und Goalie-Neuzugang Martin Valter konnten allerdings jetzt schon punktuell aufzeigen und werden während der Abwesenheit des verletzten Stefan Perisutti die Mannschaft auf ihrem Rücken tragen müssen.

Beim 10:6 gegen den ASV Wien konnte man durchaus schon gut mitspielen, diese letzte Partie lässt auch Coach Zoltán Ádám positiv auf die bevorstehende Saison blicken. Die jungen Talente werden in dieser Bundesliga-Saison viel lernen, so viel steht schon mal fest.

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Alle Ergebnisse und Statistiken:

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