U17 holt nach spannender Saison den Staatsmeistertitel

Die Meistermannschaft mit Landeshauptmannstellvertreter und Sportreferent Thomas Pupp nach der Siegerehrung

Im Finale einer heiß umkämpften Saison krönt sich der WBC Innsbruck zuhause gegen Paris Lodron Salzburg zum Meister. Dabei hatten die Tiroler in den Vorrunden bereits zwei Niederlagen gegen die Hauptrivalen hinnehmen müssen, im Play-Off gaben sich Perisutti und Co. jedoch keine Blöße und fixierten die Goldmedaille mit voller Punktzahl. Das finale 21:13 gegen Salzburg räumte den letzten Zweifel über den Verbleib des diesjährigen Titels aus, das alles entscheidende Endspiel gelang zu einem sehenswerten Kantersieg mit spektakulären Aktionen.

Dabei begann das letzte Play-Off im Innsbrucker USI gar nicht erfreulich, sondern mit einer ärgerlichen Absage: Zum zweiten Mal innerhalb eines Monats erscheint der SC Austria nicht zu einem Nachwuchs-Play-Off in Innsbruck und versetzt eigens angereiste Schiedsrichter, Kampfrichter und Teams in einer unverschämten Art und Weise. Der Verein, der immerhin an Nachwuchsbewerben teilnimmt, um Förderungen der Stadt Wien zu lukrieren und seriös arbeitenden Klubs die ohnehin knappen Trainingsmöglichkeiten streitig macht (mit welcher Berechtigung?), bleibt also zum wiederholten Mal fern, wenn ein Titelgewinn nicht mehr in Aussicht steht. Dem Sinn einer Nachwuchsmeisterschaft wird diese Herangehensweise wohl in keinem Fall gerecht, auch an der Vermittlung sportlicher Werte an junge Athleten ist bei diesem Verein angesichts dieses wiederholten Boykotts zu zweifeln, ganz zu schweigen vom Gedanken einer Solidarität unter Vereinen, um die gemeinsame Arbeit am österreichischen Wasserballsport voranzutreiben. 

Eine Einstellung die in Österreich Schule machen sollte, zeigte indessen der WBV Graz. Im Gegensatz zum SC Austria reisten die Steirer trotz dünner Personaldecke an und brachten am Samstagsspiel mit 8 Spielern den PL Salzburg in Bedrängnis. 9:7 führte Graz zur Halbzeit, ehe der Mangel an Ersatzleuten im letzten Abschnitt des Spiels seinen Tribut forderte und Salzburg sich gefangen hatte. Endergebnis: 15-19 für Salzburg, Graz spielte das letzte Viertel in Unterzahl.

In Ermangelung des Wiener Gegners blieb Innsbruck Samstag abends nichts anderes übrig, als sich mit einem ausgedehnten Training konzentriert auf das Finale am Sonntag vorzubereiten. Letzteres fand schließlich unter erschwerten Bedingungen statt: Aufgrund des Fernbleibens der Austria musste Innsbruck am Sonntag zwei Spiele bestreiten, während Herausforderer Salzburg am Vormittag spielfrei hatte.

Um 10:00 bestritt man dann auch das vorgezogene Spiel gegen den WBV Graz, neben dem Pflichtsieg musste man auf Innsbrucker Seite auch auf die Schonung wichtiger Leistungsträger achten, junge Talente wie Max Frolik, Fabio König, Keno Benedetto, Michael Fedorcio und Andi Posch kamen verstärkt zum Einsatz und erwiesen sich als Versprechen für die Zukunft, der 15-jährige Center Veljko Mitrovic konnte sich bei seinem U17 Debüt gleich zweimal in die Torschützenliste eintragen. Ansonsten vermochte der WBCI sich am Beginn des Spiels recht klar abzusetzen, in der zweiten Halbzeit entwickelte sich die Partie dann – auch aufgrund mangelnder Konzentration in allen Spielbereichen – zu einem offenen Schlagabtausch, dank des frühen Vorsprungs war der Sieg der Tiroler jedoch zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Um 15:00 war es dann so weit, das heiß ersehnte Finale der Meisterschaft gegen den hartnäckigen und spielstarken Verfolger aus Salzburg wurde angepfiffen und von der Müdigkeit des Vormittagsspiels war bei den Innsbruckern nicht mehr viel zu sehen. Bereits im ersten Viertel sorgte man für die Vorentscheidung, mit der offensiven Zonenverteidigung der Tiroler konnten die Salzburger nichts anfangen und wurden unter der Führung von Pippo Perisutti gnadenlos ausgekontert. Das 6:2 nach dem ersten Viertel sprach eine deutliche Sprache, Torwart Matthias Eisl war mit einigen Paraden und Assists am heimischen Torregen beteiligt, Peterson, Wolszky, Stalzer und die Perisutti Brüder präsentierten sich an diesem Tag als eiskalte Vollstrecker und überraschten zuweilen mit frechen Ideen. Im zweiten Viertel konnte man die Führung souverän ausbauen und wechselte beim Spielstand von 13:7 die Seiten. Im dritten Spielabschnitt wurde der Center der Salzburger wegen Brutalität ausgeschlossen, bereits zu früherem Zeitpunkt machte er seinem Frust unbemerkt mit einem Tritt ins Gesicht von David Altmann Luft, der 14-jährige Stammspieler reagierte aber gelassen und antwortete mit der gewohnt verlässlichen Leistung in der Defensive. Die 4-minütige Überzahlsituation hatte keinen Einfluss mehr auf das Spielgeschehen, sie ermöglichte Experimente und Einsatzzeiten für jüngere Jahrgänge, während der letztlich deutliche Sieg des WBC Innsbruck über einen starken Konkurrenten heimgespielt wurde und ein erfolgreiches Wochenende vor heimischem Publikum im Siegestaumel und mit Meistertorte endete.


Ergebnisse:




WBVG 15 vs 19 PLS


(2:4, 7:3, 2:9, 4:3)




WBCI vs SCA


SCA – nicht angetreten



09:30 SCA vs PLS


SCA – nicht angetreten



11:00 WBCI 16 vs 11 WBVG


(4:1, 5:2, 5:4, 2:4)



13:45 SCA vs WBVG


SCA – nicht angetreten



15:00 WBCI 21 vs 13 PLS


(6:2, 7:5, 5:3, 3:3)


Abschlusstabelle:

 
Pl Mannschaft Sp S U N + Dif Punkte
1  WBC Innsbruck 5 5 0 0 94 64 +40 10
2  PL Salzburg 5 3 0 2 75 70 +5 6
3  WBV Graz 5 1 0 4 63 74 -12 2
4  SC Austria 3 0 0 3 27 60 -33 0

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